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Glossar zur Klausurvorbereitung

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Die Begriffe, die in Klausuraufgaben vorkommen, je in ein bis drei Sätzen, mit Link zum Kapitel. Das Glossar ersetzt nicht die Kapitel; es ist zum Abhaken gedacht: Wer einen Eintrag liest und nicht erklären kann, warum er stimmt, liest das Kapitel.

Grundbegriffe

Deep Learning ist das Training künstlicher neuronaler Netze mit vielen Schichten. Es ist ein Teilgebiet des maschinellen Lernens und orthogonal zur Frage supervised, unsupervised oder reinforcement. Was ist Deep Learning?

Training und Inferenz. Training: Daten rein, gefittetes Modell (Gewichte) raus. Inferenz: neue Daten und Gewichte rein, Vorhersage raus. Was ist Deep Learning?

Train-Test-Split, Validation-Split. Testdaten werden zurückgehalten, um die Güte zu messen. Wer Hyperparameter nach dem Testset wählt, overfittet indirekt darauf; dafür spaltet man vom Trainingsset ein Validation-Set ab. Was ist Deep Learning?

Accuracy, Precision, Recall. Accuracy ist der Anteil richtiger Vorhersagen und bei unbalancierten Klassen irreführend. Precision: Anteil der als positiv vorhergesagten, die wirklich positiv sind. Recall: Anteil der wirklich positiven, die gefunden wurden. Was ist Deep Learning?

Over- und Underfitting. Overfitting: gut auf Trainings-, schlecht auf Testdaten, das Modell hat auswendig gelernt. Underfitting: schon auf Trainingsdaten schlecht. Gegenmittel gegen Overfitting sind Regularisierung, Early Stopping, Data Augmentation, Dropout. Autoencoder

Generatives Modell. Ein Modell für eine Wahrscheinlichkeitsverteilung, als Dichte oder als Sampler. Generieren heißt aus dieser Verteilung sampeln. Was ist Deep Learning?

Neuron, Perzeptron, Netz

Iverson-Klammer. [A]=1[A] = 1, wenn AA wahr ist, sonst 0. Das Perzeptron ist f(x)=[w⋅x+b>0]f(x) = [w \cdot x + b > 0]. Neuron und Perzeptron

Perzeptron ohne Bias kann nur Hyperebenen durch den Ursprung lernen. Der Bias lässt sich als nulltes Gewicht mit konstanter Eingabe 1 schreiben. Neuron und Perzeptron

Linear trennbar. Zwei Klassen, die eine Hyperebene trennt. Nur solche kann ein einzelnes Perzeptron lernen; XOR ist das Gegenbeispiel. Neuron und Perzeptron

Perzeptronregel und Konvergenz. wneu=w+ρ (y−f(x)) xw_{\text{neu}} = w + \rho\,(y - f(x))\,x. Bei linear trennbaren Daten findet die Regel nach endlich vielen Fehlern eine trennende Hyperebene; sonst terminiert sie nie. Das Perzeptron trainieren

Verallgemeinertes Perzeptron. Skalarprodukt, dann Aktivierungsfunktion τ\tau: lineare Regression (τ=id⁡\tau = \operatorname{id}), Perzeptron (Sprung), logistische Regression (τ=σ\tau = \sigma). Das Perzeptron trainieren

Warum Schichten ohne Nichtlinearität nichts bringen. Ein Produkt von Matrizen ist eine Matrix; gestapelte lineare Regressionen sind eine lineare Regression. Das Perzeptron trainieren

Tensor. Für uns ein mehrdimensionales Array. Die Zahl der Achsen heißt Stufe oder, englisch, rank: Rang 0 ist ein Skalar, Rang 1 ein Vektor, Rang 2 eine Matrix (nicht zu verwechseln mit dem Rang einer Matrix aus der linearen Algebra). Die erste Achse ist in PyTorch fast immer der Batch – außer bei nn.RNN, nn.LSTM, nn.GRU und nn.Transformer, die voreingestellt (seq, batch, feature) erwarten. reshape ändert nur die Klammerung, nicht die Daten. Tensoren

Logistische Regression und Loss

Odds und Logit. odds⁡(p)=p/(1−p)\operatorname{odds}(p) = p/(1-p), bei p=12p = \tfrac12 also 1:11{:}1. logit⁡(p)=ln⁡odds⁡(p)\operatorname{logit}(p) = \ln \operatorname{odds}(p), die Umkehrfunktion von σ\sigma. Logistische Regression

Sigmoid. σ(x)=1/(1+e−x)\sigma(x) = 1/(1 + e^{-x}), Werte in (0,1)(0, 1), σ(−x)=1−σ(x)\sigma(-x) = 1 - \sigma(x), σ′=σ(1−σ)\sigma' = \sigma(1 - \sigma). Die Ausgabe ist eine Wahrscheinlichkeit, wenn die Eingabe ein Logit ist. Logistische Regression

Softmax. sm⁡j(v)=evj/∑kevk\operatorname{sm}_j(v) = e^{v_j} / \sum_k e^{v_k}, ohne Minus im Exponenten; summiert zu 1, verallgemeinert σ\sigma auf KK Klassen, nur Differenzen der Logits zählen. Für sich nicht ausschließende Klassen (Tags) stattdessen ein Sigmoid pro Klasse. Logistische Regression

Kreuzentropie, NLL, KL-Divergenz. Die Kreuzentropie ist die negative Log-Likelihood des Modells und unterscheidet sich von der KL-Divergenz nur um die Entropie der wahren Verteilung, die nicht von den Gewichten abhängt. Loss-Funktionen und Maximum Likelihood

Maximum Likelihood. Wähle die Gewichte, unter denen die Daten am wahrscheinlichsten sind. Liefert BCE für die logistische und MSE für die lineare Regression mit Gauß-Rauschen. Loss-Funktionen und Maximum Likelihood

Hinge Loss. max⁡(0,1−f(x))\max(0, 1 - f(x)) für y=1y = 1: verlangt einen Sicherheitsabstand, der Loss der Support Vector Machine. Der Perceptron Loss ist max⁡(0,−f(x))\max(0, -f(x)). Gradientenabstieg

Gradientenabstieg

Gradient und Update. Der Gradient zeigt bergauf; wneu=walt−ρ L′(walt)w_{\text{neu}} = w_{\text{alt}} - \rho\, L'(w_{\text{alt}}) geht bergab. Beim Ableiten immer sagen, wonach: nach ww, die Daten sind Konstanten. Gradientenabstieg

Kettenregel. Die Ableitung einer Verkettung ist das Matrixprodukt der Jacobi-Matrizen. Geht eine Variable auf mehreren Pfaden ein, addieren sich die Beiträge. Gradientenabstieg

Lernrate. Zu klein: ewig langsam. Zu groß: springt über das Tal, Loss steigt oder wird nan. Hängt von der Skalierung der Features ab, deshalb standardisieren. Gradientenabstieg

SGD, Mini-Batch, Epoche. SGD schätzt den Gradienten aus einem Teil der Daten statt aus allen; der Schätzer ist verrauscht, aber im Mittel korrekt. Ein Mini-Batch sind einige Dutzend Samples, eine Epoche ein Durchlauf durch alle Daten. Der Loss darf von Batch zu Batch steigen. Gradientenabstieg

Sattelpunkt. Ein Punkt mit Gradient null, der in einer Richtung Minimum und in einer anderen Maximum ist. In hohen Dimensionen häufiger als lokale Minima; Momentum hilft, ihn zu verlassen. Optimierer

Momentum, Adam. Momentum mittelt Gradienten über Schritte, Adam passt zusätzlich die Lernrate pro Gewicht an die bisherige Größe der Gradienten an (mittleres Gradientenquadrat). Faustregel im Kurs: Adam statt SGD. Optimierer

Backpropagation und Autograd

Backpropagation. Kettenregel plus Buchführung: im Forward Pass Zwischenergebnisse merken, dann rückwärts Schicht für Schicht das Fehlersignal mit der transponierten Gewichtsmatrix und der Ableitung der Aktivierung weiterreichen. Aufwand etwa das Doppelte einer Inferenz. Backpropagation

Berechnungsgraph, DAG. PyTorch baut beim Vorwärtsrechnen einen gerichteten azyklischen Graphen der Operationen; backward läuft ihn rückwärts ab und schreibt Gradienten in .grad. Die Eingabe ist nur ein weiteres Blatt, deshalb geht Gradientenabstieg auch im Eingaberaum. Autograd und Berechnungsgraph

requires_grad, Einfrieren. Nur Tensoren mit requires_grad bekommen Gradienten und kosten Speicher für den Graphen. Ein vortrainiertes Modell einfrieren heißt, seine Parameter davon auszunehmen und nur den Kopf zu trainieren. Autograd und Berechnungsgraph

Geteilte Gewichte. Kommt ein Gewicht an mehreren Stellen vor (Faltung, rekurrente Netze), ist sein Gradient die Summe der Beiträge aller Stellen. Autograd und Berechnungsgraph

Aktivierungsfunktionen und Universalität

ReLU und ihre Ableitung. max⁡(0,x)\max(0, x) mit schwacher Ableitung [x>0][x > 0]. Billig, kein Sättigen im Positiven. Aktivierungsfunktionen

Vanishing Gradient. Sigmoid hat Ableitung höchstens 14\tfrac14; über viele Schichten multipliziert verschwindet der Gradient. ReLU vermeidet das im Positiven. Aktivierungsfunktionen

Sterbende Neuronen, Swish, GELU. Ein ReLU-Neuron mit negativer Aktivierung für alle Daten bekommt nie wieder einen Gradienten. Leaky ReLU, Swish (SiLU) und GELU lassen im Negativen ein kleines Signal durch. Aktivierungsfunktionen

Universelle Approximation. Ein Netz mit einer versteckten Schicht kann jede stetige Funktion auf einem beschränkten Bereich beliebig gut annähern, aus Treppen- oder Knickfunktionen. Sagt nichts darüber, ob der Gradientenabstieg die Gewichte findet, und nichts über Extrapolation. Universelle Approximation

Dropout, Batch Normalization. Dropout setzt im Training zufällig Aktivierungen auf null, gegen Overfitting. Batch Normalization normiert die Ausgabe einer Schicht über den Batch auf Mittelwert null und Varianz eins, mit lernbarer Rückskalierung. Autoencoder

Autoencoder und latente Räume

Autoencoder. Encoder von DD auf L≪DL \ll D Dimensionen, Decoder zurück, Loss ist die Rekonstruktion (MSE). Approximiert die Identität durch einen Flaschenhals, braucht keine Label, komprimiert. Der Decoder erhöht die Dimension. Linear ist er PCA. Autoencoder

Standard-AE ist nicht generativ, VAE schon. Der klassische Autoencoder lässt Löcher im latenten Raum; der VAE zwingt die Codes zur Standardnormalverteilung, danach kann man sampeln und dekodieren. Variational Autoencoder

Denoising AE. Rauschen auf die Eingabe, Loss gegen das saubere Bild. Autoencoder

Sparse AE. Strafterm, der die mittlere Aktivierung jeder latenten Dimension klein hält; muss zum Loss addiert werden. Autoencoder

Weight Decay, L2-Regularisierung. λ∥W∥2\lambda \|W\|^2 zum Loss, zieht Gewichte Richtung null; in PyTorch ein Parameter des Optimierers. Autoencoder

Early Stopping, Data Augmentation. Aufhören, wenn der Test-Loss wieder steigt; Trainingsdaten durch labelerhaltende Transformationen vervielfachen. Autoencoder

Reparametrisierungstrick. Statt aus N(μx,σx2)\mathcal{N}(\mu_x, \sigma_x^2) zu sampeln, sample ε∼N(0,1)\varepsilon \sim \mathcal{N}(0, 1) und setze y=μx+σxεy = \mu_x + \sigma_x \varepsilon; dann ist ε\varepsilon eine Konstante und der Gradient fließt durch μx\mu_x und σx\sigma_x. Variational Autoencoder

logvar. Der Encoder gibt ln⁡σx2\ln \sigma_x^2 aus statt σx\sigma_x, damit kein Ausgang auf positive Werte eingeschränkt werden muss. Variational Autoencoder

Latent Space, Manifold-Hypothese. Die Daten liegen nahe einer niedrigdimensionalen gekrümmten Fläche; der latente Raum parametrisiert sie. Gerade Linien zwischen Codes können die Fläche verlassen: Interpolation gut, Extrapolation schlecht. Latente Räume geometrisch

Text, Graphen, Sequenzen

word2vec: CBOW und Skip-gram. CBOW sagt aus dem Kontext das Wort voraus, Skip-gram aus dem Wort den Kontext. Die eine Gewichtsmatrix ist das Embedding. word2vec

Embedding-Layer. Eine Lookup-Tabelle, die einer ID (Wort, Item, Nutzer) einen gelernten Vektor zuordnet, nn.Embedding. word2vec

Temperatur- und Top-k-Sampling. Beim Generieren die Logits durch TT teilen (klein: gieriger, groß: zufälliger) oder nur unter den kk wahrscheinlichsten Token sampeln. Latente Räume geometrisch

node2vec. Random Walks auf einem Graphen erzeugen „Sätze“, darauf word2vec. So bekommen Knoten Vektoren, etwa Items eines Empfehlungssystems. Representation Learning und Graphen

RNN, GRU, LSTM. Ein rekurrentes Netz verarbeitet eine Sequenz Schritt für Schritt und trägt einen Zustand mit, deshalb geeignet für Zeitreihen. LSTM und GRU steuern mit Gates, was in den Zustand geschrieben und gelesen wird, gegen verschwindende Gradienten über lange Sequenzen. RNNs

Transformer, Attention. Kein rekurrentes Netz: Jedes Token vergleicht seine Query mit den Keys aller anderen und mischt deren Values, alles parallel. Positionsinformation kommt über ein Positionsembedding, gelernt oder fest. Transformer

BERT und GPT. BERT ist ein Encoder, trainiert mit maskierten Wörtern (Masked Language Model), liefert kontextabhängige Embeddings, die man als Features klassifizieren kann. GPT ist ein Decoder, trainiert auf das nächste Token. Transformer

Faltung und CNNs

Faltung. An jeder Stelle ein Skalarprodukt des Filters mit einem gespiegelten Ausschnitt des Signals. Ein Faltungslayer ist ein spezieller linearer Layer mit vielen Nullen und geteilten Gewichten. Faltung und CNNs

Parameter Sharing, Translationsäquivarianz. Derselbe Filter an jeder Position: wenige Parameter, und ein verschobenes Bild gibt eine verschobene Feature Map. Faltung und CNNs

Ausgabegröße. ⌊(n+2p−k)/s⌋+1\lfloor (n + 2p - k)/s \rfloor + 1 für Eingabe nn, Padding pp, Kernel kk, Stride ss. Stride und Pooling verkleinern die Feature Map. Vor dem linearen Kopf Flatten. Faltung und CNNs

Pooling. Max- oder Average-Pooling verkleinert ohne Parameter und macht das Netz robust gegen kleine Verschiebungen. Faltung und CNNs

1×1-Faltung. Ändert die Kanalzahl, nicht die räumliche Größe: eine lineare Abbildung pro Pixel. Faltung und CNNs

Gauß-Kernel. Glättet (Tiefpass). Frühe CNN-Schichten lernen von selbst Kanten- und Balkendetektoren. Faltung und CNNs

Vortrainierte Modelle, LLMs, Destillation

Transfer Learning, Finetuning. Ein auf großen Daten (ImageNet, COCO) vortrainiertes Modell als Startpunkt: Features einfrieren und nur den Kopf trainieren oder alle Gewichte mit kleiner Lernrate nachtrainieren. Vortrainierte Modelle, LLMs benutzen

Object Detection, Segmentierung. Detection liefert Klassen mit Bounding Boxes, der Loss kombiniert Klassifikation und Box-Regression; Segmentierung liefert pro Pixel eine Klasse. Vortrainierte Modelle

Lokale LLMs, Quantisierung. Mit Ollama oder llama.cpp laufen Modelle mit wenigen Milliarden Parametern in 4-Bit-Quantisierung auf der CPU. Ein LLM liefert eine Verteilung über dem Vokabular, die man auslesen, als Vektor weiterverarbeiten oder per Constrained Generation einschränken kann. LLMs benutzen

Destillation. Ein kleines Schülernetz lernt per Regression die (mit Temperatur aufgeweichten) Ausgaben eines großen Lehrers, nicht nur die harten Labels. Speculative Decoding nutzt ein kleines Modell zum Vorschlagen und das große zum Prüfen. Destillation

Multimodal, Encoder-Decoder. Ein Modell mit Encoder für die eine Modalität und Decoder für die andere (Bild zu Text, Text zu Bild); die Verbindung läuft über einen gemeinsamen latenten Raum. Vortrainierte Modelle

GANs

Generator und Diskriminator. Der Generator bekommt Rauschen, nie Daten, und sieht die Daten nur über den Gradienten des Diskriminators. Der Diskriminator schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sample echt ist. Beide werden abwechselnd mit Backpropagation trainiert. GANs

Mode Collapse, Wasserstein. Mode Collapse: der Generator produziert nur noch wenige Varianten. Wasserstein-GANs ersetzen die Kreuzentropie durch eine Transportdistanz mit einem Kritiker, der reelle Zahlen ausgibt; das gibt auch bei nicht überlappenden Verteilungen einen Gradienten. GANs

Anwendungen

Empfehlungssystem im Latent Space. Items als Vektoren, sodass gemeinsam gekaufte Items nahe liegen (word2vec auf Kauflisten, node2vec, Two-Tower); empfohlen wird, was nahe an den bisherigen Items liegt. Anwendungsbeispiele

Anwendungskonzept. Was haben wir, was soll rauskommen, welches Modell und woher, welcher Loss, womit messen wir Güte, was kann schiefgehen. Anwendungsbeispiele

Adversarial Example. Eine für Menschen unsichtbare Änderung der Eingabe, die die Klassifikation kippt; gefunden per Gradientenabstieg im Eingaberaum. Adversarial Attacks und Polysemie